Über die Felddemonstration
Im Mittelpunkt der Demonstration standen praktische Erfahrungen mit Agroforstsystemen, die Baumreihen mit Ackerbau und Viehzucht kombinieren. Die Teilnehmer*innen besuchten verschiedene landwirtschaftliche Betriebe und diskutierten, wie Agroforstwirtschaft zur Klimaanpassung, zur Biodiversität und zu einer diversifizierten landwirtschaftlichen Produktion beitragen kann. Außerdem setzten sie sich mit den praktischen Herausforderungen bei der Einrichtung und Bewirtschaftung dieser Systeme auseinander.
Besonderes Augenmerk galt dem OH-FINE-Feldversuch auf dem Biohof Ripfl, bei dem über 800 Mandelbäume in ein Ackerfeld integriert wurden. Dieser Versuch untersucht den Einfluss der Baumreihen auf das Mikroklima der angrenzenden Anbaufläche. Messungen zeigen deutliche Unterschiede zwischen dem Agroforstsystem und dem offenen Feld, insbesondere hinsichtlich Windgeschwindigkeit, Temperatur und Wasserdampfdruckdefizit (VPD).
Die Baumreihen reduzierten die Windgeschwindigkeit, wobei dieser Effekt je nach Windrichtung variierte. Von Mai bis Juni wies das Agroforstsystem zudem von morgens bis zum frühen Nachmittag niedrigere Höchsttemperaturen auf, gefolgt von einer langsameren Abkühlung im weiteren Tagesverlauf. Hohe VPD-Werte, die zu Pflanzenstress und einer verminderten Photosyntheseaktivität beitragen können, traten in Zeiten hoher Sonneneinstrahlung seltener auf.
Die Felddemonstration bot die Gelegenheit, diese Ergebnisse direkt vor Ort zu diskutieren und wissenschaftliche Beobachtungen mit den praktischen Erfahrungen der Landwirt*innen zu vergleichen. Diese Diskussionen zeigten zudem, dass die Vor- und Nachteile der Agroforstwirtschaft stark von den lokalen Bedingungen, der Systemgestaltung und den Zielen der landwirtschaftlichen Betriebe abhängen.
Durch die Kombination von Versuchen vor Ort mit dem Wissensaustausch zwischen Landwirt*innen, Berater*innen und Forscher*innen stellte die Veranstaltung den OH-FINE-Ansatz zur Förderung der Entwicklung und Verbreitung von praktischem Wissen für widerstandsfähigere biologische Anbausysteme vor.
Weitere Informationen und Kontakt
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Friedrich Leitgeb.





